LEADER 2028+: Zukunft offen, Einsatz gefragt!

Am 16. Juli 2025 hat die EU-Kommission den Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 vorgestellt. LEADER bleibt grundsätzlich Teil der EU-Förderpolitik – allerdings ohne feste Zweckbindung. Künftig entscheiden die Mitgliedstaaten selbst über Ausgestaltung und Finanzierung.

Ob und in welchem Umfang LEADER in Deutschland und in Niedersachsen fortgeführt wird, ist noch unklar. Bundesweit setzen sich Akteure engagiert für das Programm ein – mit Stellungnahmen, Petitionen, Briefaktionen und kreativen Aktionen wie einem LEADER-Song (siehe unten).

Die nächsten Monate werden entscheidend: Wir verfolgen die Entwicklungen genau und kämpfen gemeinsam mit unseren Partnern dafür, dass LEADER auch in der kommenden Förderperiode ein starkes Instrument für die ländliche Entwicklung bleibt.

Unterstützen Sie den LEADER-Gedanken und unterzeichnen Sie diese Petition: Zur Online-Petition

Die Europäische Vereinigung der LEADER-Regionen (ELARD) hebt sieben Bereiche hervor, in denen die Entwürfe verbessert werden müssen:

Sieben Forderungen

  1. Antragsberechtigte: Es muss sichergestellt werden, dass alle ländlichen Akteure (nicht nur Landwirte) unter LEADER förderfähig bleiben.
  2. Umfang der Maßnahmen: Ausweitung von LEADER über die landwirtschaftlichen Ziele hinaus auf Dienstleistungen, Infrastruktur, Kultur, Jugend, soziale Innovation und KMU.
  3. Politikübergreifender Geltungsbereich: Die “Dachverordnung” für Community-Led Local Development (CLLD), also die lokale Bevölkerung-gesteuerte Entwicklung, legt die allgemeinen Regeln und Grundzüge für die Förderung von LEADER und anderen CLLD-Initiativen fest. Diese soll nicht nur im Rahmen der GAP, sondern auch in der Kohäsions-, Sozial- und Meerespolitik verbindlich vorgeschrieben werden, um eine Zersplitterung und eine einseitige Ausrichtung auf Städte zu vermeiden.
  4. Mindestbudgetierung (Ring-fencing): Wiedereinführung und Stärkung von Mindestzuweisungen für LEADER-CLLD, um die Finanzierung im Rahmen nationaler und regionaler Pläne zu sichern.
  5. Vereinfachte Finanzierung: Konsequente Anwendung vereinfachter Kostenoptionen und Pauschalbeträge für alle CLLD-Instrumente.
  6. Kohärenz zwischen CLLD und LEADER: Klarstellung, dass LEADER die “Gemeinsame Agrarpolitik”-spezifische Form von CLLD ist, die rechtliche und praktische Kohärenz gewährleistet.
  7. Kompetenzen der Lokalen Aktionsgruppen (LAG): Wiederherstellen aller bisherigen Zuständigkeiten der LAG, einschließlich der Vorbereitung von Aufrufen und der Festlegung von Förderquoten, um ihre federführende Rolle als echte aus der Bevölkerung heraus-Bewegung und nicht als rein technische Vermittler aufrechtzuerhalten.

Mehr Infos und den vollständigen Brief an die EU-Kommission (englisch)